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Einsetzung

22. Oktober 2008 in Herbesthal

Feierlich und ernst sprachen die Kinder ihre Eidesformel. Der Bürgermeister schüttelte jedem Mitglied des Kinderrates die Hand. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit. Die Einsetzung des Kindergemeinderates wurde eben von allen Beteiligten sehr ernst genommen.

 

Dreizehn Kinder, zehn- bis zwölfjährige Schuler der drei Gemeindeschulen Lontzen, Herbesthal und Walhorn, haben bei den Belangen der Gemeinde nun ein Wörtchen mitzureden. In einem richtigen Wahlkampf mussten sich die Kandidaten in ihrer Klasse durchsetzen. Die Themen, die sie im Kinderrat vorbringen werden, wollen sie auch mit ihren Klassenkameraden abstimmen, mit ihnen diskutieren und sie informieren.

Nun werden auch in Lontzen zukünftig nicht Verträge von Kindern unterschrieben, der Schulbesuch als Pflicht ist nicht verhandelbar und auch der Schulausflug wird selbst nach Abstimmung im Kinderrat nicht nach Disneyland führen.  Dennoch bedeutet es für die Erwachsenen, ein wenig Macht abzugeben, die Meinung der Kinder wahrzunehmen und bei Entscheidungen auch ernst zu nehmen.

Erstaunlich, wie klar die Vorstellung der kleinen Ratsmitglieder über ihre Aufgabe ist, und wie deutlich sich auch gewisse Themen schon herauskristallisieren. Die Sicherheit von Fußgängern, Fahrradfahrern und Kindern z.B. steht bei vielen der engagierten neuen Ratsmitglieder ganz groß im Wahlprogramm.

„Ziel ist es nicht, kleine Politiker zu züchten“, bemerkt Thomas Brüll, Lehrer an der Gemeindeschule Walhorn und ehrenamtlicher Begleiter des Kinderrates.

Im Rahmen dieses Projektes sollen die Kinder angeregt werden, sich in sozialen Strukturen zu investieren indem sie  erfahren, dass ein Ehrenamt,  dass Verantwortung übernehmen für die Gemeinschaft etwas Positives ist.

Die Kinder dürfen ihre Meinung sagen, verhandeln und unterschiedliche Interessen abwägen, streiten, argumentieren, gewinnen und verlieren, sich für sich selbst und für andere einsetzen, lernen, Spielregeln einzuhalten, aber auch zu verändern, ihren Lebensraum dort mitgestalten, wo dies altersgemäß möglich ist und Lösungen für Alltagsprobleme finden.  Die Kinder lernen viel über das Funktionieren der Gemeinde und der kritische Geist wird gefördert.

Hier wird lokale Demokratie nicht erklärt, sie wird durch praktisches Handeln in den Köpfen der Kinder fest verankert - ganz sicher ein guter Weg für die Zukunft unseres demokratischen Gesellschaftssystems!

Begleitet wir die Arbeit des Kinderrates auch filmisch, durch die Filmwerkstatt der Gemeindeschule Walhorn/Lontzen. Bei der Projektplanung vor Ort in den drei Ortschaften wird auch ein Kameramann dabei sein. Ein richtiger Film wird dann am Ende die Arbeit dokumentieren.

Einem Jugenddemokratieprojekt der EU und der Entscheidung der Gemeinde, daran teilzunehmen, verdanken die Kinder ihre Wahl. An dem Projekt „Europa klein und GROSS – junge Menschen gestalten ihren Ort“ sind vier Partner beteiligt: der Jugendbeirat Raeren, die Gemeinde Lontzen und zwei Partner aus Deutschland.

Doch auch wenn Mitte nächsten Jahres die EU-Gelder auslaufen, zweifeln weder Schöffin Sandra Houben noch Thomas Brüll daran, dass der Kinderrat der Gemeinde Lontzen erhalten bleibt.

Folgende Kinder gehören dem neu gewählten Kinderrat von Lontzen an:

Schule Herbesthal: Sven Förster, Kim Roder, Levin De Bie, Laurine Simons, Lisa Mennicken, Sylvain Renardy, Jessica Born, Onaïssa Laschet

Schule Lontzen: Milo Munnix, Svenja Mennicken

Schule Walhorn: Manuel Houben, Ronny Vomberg und Sonja Dobe

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